Heute ist der 13.11.2019

Ältere Migrantinnen und Ehrenamt

 

In kommunalen Seniorenfreizeitstätten in Kreuzberg, Wedding und Spandau betreuen Ehrenamtliche türkischer und kurdischer Herkunft die Besucher. In den Seniorenvertretungen dieser Bezirke arbeiten Männer und Frauen türkischer und spanischer Herkunft als gewählte Vertreter mit.

 

Die AWO Gruppen für ältere Migrantinnen in den Bezirken Wedding und Kreuzberg könnten nicht existieren ohne das Engagement älterer Migrantinnen, die sich um neue Besucher kümmern. Tee und Kaffee ausschenken, Krankenbesuche organisieren und vieles mehr. Und zu all diesen Ehrenamtlichen kommen besonders über die Stadtteilaktion "Buntes Kreuzberg" des AWO Begegnungszentrums immer neue Migrantinnen unterschiedlicher Herkunft hinzu.

 

 

Wie kam es zu dieser Entwicklung?

 

Ehrenamt und Vereinstätigkeit hat für ältere Migrantinnen aus den Anwerbeländern oft keine Tradition. Auch sprachliche Unsicherheiten können dazu führen, dass ältere Migrantinnen sich eine ehrenamtliche Arbeit außerhalb ihrer Gemeinschaft vielleicht nicht vorstellen können.

 

Um Migrantinnen für Freiwilligenarbeit zu gewinnen, muss man sie daher direkt ansprechen, ermutigen und intensiv in die Aufgaben einführen. AWO  Migrationsdienste in Berlin begannen in den frühen Neunziger Jahren mit dem Aufbau von Gruppen für ältere Migrantinnen aus der Türkei. Sehr schnell übernahmen Teilnehmer die Verantwortung für die wöchentlichen Gruppentreffen. Bedingt durch eine enge Zusammenarbeit zwischen der AWO und den Bezirksämtern konnten die Seniorenämter unter den Gruppenteilnehmern Ehrenamtliche für die Arbeit in kommunalen Altenhilfeeinrichtungen gewinnen.

 

Zwei dieser Ehrenamtlichen wurden in der Zwischenzeit mit der Ehrennadel der Senatorin für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Wie überall bei der Freiwilligenarbeit ist die Motivation der Ehrenamtlichen, etwa Gutes und Sinnvolles zu tun. Bei Migrantinnen kommt noch hinzu, dass sie durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit das Gefühl bekommen, wirklich in dieser Gesellschaft angekommen zu sein und gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein. Sie vermitteln dies automatisch auch ihren Kindern, Enkelkindern und ihren Bekannten. Mit dieser Pionierarbeit sind ältere Migrantinnen Rollenvorbilder in ihrem sozialen Umfeld.

 

Mehr zum ehrenamtlichen Engagement von MigrantInnen finden Sie auch auf der Homepage der Aktion Buntes Kreuzberg unter www.bunteskreuzberg.de